Samstag, 13. Juni 2015

Die Unordnung ist Fernsein von Gott

IL116-Z.11.1

Solange ich hier in der Welt ein leibliches Leben führe, bin ich fern von Gott unterwegs. Und ich muss auf dem Weg der Frömmigkeit Mut fassen und mich mit gutem Willen ausrüsten, um mich vom Leib zu entfernen und in Gottes Nähe zurückzukehren (2 Kor 5,6; 8.). 
Worin aber besteht dieses Fernsein?
In zwei Dingen:
- Erstens darin, dass ich meine selbstsüchtige Befriedigung im Geschöpf und vor der Verherrlichung Gottes suche. Dadurch entferne ich mich am weitesten.
- Zweitens darin, dass ich meine Befriedigung außerhalb der Verherrlichung Gottes im Geschöpf suche. Seine Ehre ist in diesem Fall nicht zerstört, aber sie ist noch nicht mein Einziges und Alles. Anstatt einfach ihrer Aufgabe gemäß Werkzeug zu bleiben, will die Befriedigung in den geschaffenen Dingen Ziel werden.

Sie fängt an, den Platz mit der Ehre Gottes zu teilen, später will sie über sie herrschen. Die Herrschaft ist ihre in die Tiefe gehende Unordnung, die Teilung ist auch Unordnung, aber eine weniger radikale.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150613)

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