Freitag, 19. Juni 2015

Wenn ich mich, durch eine Versuchung gereizt, vom Gedanken leiten ließe, der Versuchung nachzugeben-

IL121-Z.11.4b

Das ist so wahr, dass es selbst eine Unordnung und eine Sünde werden kann, wenn ich mein Seelenheil außer der Verherrlichung Gottes suche. Ich würde in der Tat eine schwere Sünde begehen, wenn ich mich durch eine heftige Versuchung gereizt vom Gedanken leiten ließe, den Fehler zu begehen und der Versuchung nachzugeben, wenn es keine Hölle gäbe.

Sobald ich von einem Fehler einzig aus Furcht vor der Hölle zurückstehe, hält mich einzig der Gedanke an mein Heil, also die Befriedigung meiner selbst, zurück.

Sicher ist unter allen Eigenbefriedigungen das Seelenheil die am ehesten berechtigte, weil es meine Pflicht ist, das Seelenheil zu erstreben. Aber wenn ich es, wie in diesem Fall unter Hintanstellung der Ehre Gottes suche, wird selbst der Gedanke an mein Seelenheil, so aufgefasst, eine schwere Unordnung.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150619)

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