Dienstag, 23. Juni 2015

Gott muss mein Alles sein, einzig mein Alles

IL124-Z.11.6

Ich sage, außer der Ehre Gottes, denn nicht nur ich darf meine Befriedigung nicht vor ihr suchen, - das wäre die wesentliche Unordnung und Verkehrung von Grund aus -, sondern sie darf auch nicht außer ihr gewonnen werden. Wenn ich meine Befriedigung der Ehre Gottes unterordne, trete ich noch nicht in die Fülle der Ordnung. Jene Befriedigung, die ich nicht mehr an erster Stelle suche, kann ich noch nicht in und um der Ehre Gottes willen suchen, sondern im Geschöpf neben der Ehre Gottes. Das heißt, ich kann mein Herz noch an die geschaffene Freude hängen, dort meine Ruhe suchen, anstatt mich ihrer bloß zu bedienen, ohne sie jedoch dem Dienst Gottes vorzuziehen.

Mein Ich ist nicht gegen die Ehre Gottes, auch steht es nicht über aber doch neben der Ehre Gottes. Das menschliche Vergnügen will nicht mehr vorherrschen, aber es will noch mit der Ehre Gottes teilen. Und das ist noch nicht die volle Wiederherstellung der Ordnung. Solange ich mich an etwas außer Gott hingebe, bin ich nicht ganz zu ihm zurückgekehrt und erreiche nicht vollständig mein Ziel. Gott muss mein Alles sein, einzig mein Alles.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150623)


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