Mittwoch, 2. März 2011

"Kartäuser: Die Alternativen von Marienau", - oder: warum schreiben Journalisten?

Anmerkungen

- zu  einem Bericht von Rudi Holzberger (Text) und Ernst Fesseler (Fotos)
in der Monatszeitschrift GEO-Magazin, 
der Ausgabe 3-1987, mit dem Titel:

"Kartäuser: Die Alternativen von Marienau"

Berichte über fremde Menschen und deren Lebensweisen sind für Außenstehende immer interessant, ob sie  nun im Fernsehen oder in einem Fotomagazin angeboten werden. Vor einiger Zeit erhielt ich obigen Bericht über das Leben der Kartäuser. Dieser Text- und Bildbericht des GEO-Magazins war richtig spannend zu lesen und natürlich waren auch gute Fotos zu bewundern.  

Bereits beim ersten Durchlesen sind mir allerdings einige inhaltliche Fehler im Text aufgefallen. Später, als  ich weiter nachlas und nachgedachte, ist mir noch mehr aufgefallen. - 
Aber ist uns das nicht allen schon einmal so gegangen, dass wir, als wir in der Zeitung etwas lasen, worüber  wir uns besonders gut auskannten, den Zeitungsbericht als ungenügend und häufig sogar fehlerhaft erkannten?

Ich habe mich gefragt,
-warum „GEO“ überhaupt einen Bericht über die Kartäuser publizieren will,
-warum der Titel („Die Alternativen“) so reißerisch sein muss,
-warum so viele inhaltliche Fehler gemacht wurden,
-warum die Mönche „frontal“ fotografiert wurden?
Und ich frage mich, ob alle wörtlichen Zitate der Wahrheit entsprechen?

Wir kennen den Kalauer über den Staat, der nur unser „Bestes“ will, nämlich unser Geld. Bei den Medien ist das genauso. Zeitschriften müssen verkauft werden, denn nur so kann Geld verdient werden. Also benötigt man einen interessanten Bericht, hier über eine uns fremde Lebensform; man braucht einige Fotos, auf denen Gesichter zu erkennen sind, aus denen zu lesen ist. Und das haben die Autoren des GEO-Berichtes gut gemacht. Ich habe mich auch gefragt, wie gut sie sich im Leben dieser Menschen auskannten. Ob nicht auch Vertrauen missbraucht worden ist? Mir ist vollkommen klar, dass dieser  Bericht niemals durch die Hände eines Kartäusers gegangen sein kann, bevor er gedruckt worden ist. Niemals hat der Pater Prior, als Verantwortlicher, zu diesem Text und zu diesen Bildern „ja“ gesagt.

Die Medien wollen heutzutage alles „aufdecken“, ich möchte sagen „ent-blößen“. Kein Geheimnis darf es mehr geben. Kein Mittel wird gescheut um dies zu erreichen. Sicherlich, die Bilder sind doch interessant! Ich sage aber, das Leben der Kartäuser ist sehr zurückgezogen und einfach. Von sich aus lassen sich die Mönche nicht fotografieren, jedenfalls nicht für die Medien. Der Prior achtet besonders auf „Diskretion“, er hat die Verantwortung für alle Mitglieder seines Klosters. Besonders die Jungen wird er schützen wollen. Die meisten von ihnen werden das Kloster inzwischen wieder verlassen haben. Aber ob sie sich konfrontieren lassen wollen von den Bildern und zweifelhaften Texten? Und deshalb müssen die Jungen umso mehr geschützt werden. – Doch dieser Bericht lässt es an Kenntnis und Diskretion fehlen!

Kommentare:

  1. Vielleicht einfach mal diese Fragen und Ansichten direkt mit den GEO Leuten erörtern. Könnten ja interessante Antworten herauskommen.

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  2. Da gibt es nichts mehr zu erörtern. Auf Nachfrage erfahren, dass niemand mehr da ist, der damals Verantwortung für den Artikel hatte.

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  3. Wo kann man den Geo Bericht wohl heute noch einsehen?Wäre auf jeden Fall hochinteressant

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  4. jos.m.betle,danke für die rasche Antwort,Sie könnten mir nicht mal die betreffenden Seiten scannen u. über Mail schicken?Habe persönliches Interesse daran da ich in den 80ern selbst mal einige Jahre dabei war.Würde gern noch mal ein paar Erinnerungen auffrischen.Es gab ja auch mal den Film über die Marienau der 1985 in versch. 3.Programmen unter dem Titel "Leben um zu beten"ausgestrahlt wurde.Ich war da auch mit drin.Leider habe ich ihn bis jetzt nirgentwo mehr gefunden.Schade.Vieleicht wissen Sie etwas davon

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