Montag, 2. Januar 2012

Hingeordnet für das Gebet

Monastische Familie von Bethleem, 6


Der Kirchenraum ist schwach erleuchtet, die Akustik überraschend gut. Wer Gottesdienstroutine kennt, wird sie hier vergeblich suchen. An den Kirchenraum schließt sich das Refektorium an, im Obergeschoss die dem Vernehmen nach sehr gut sortierte Bibliothek. Radio, Fernsehen oder Internet gibt es im Kloster nicht, Telefon und eine Tageszeitung sind die Verbindungen zur Außenwelt, jenseits der Nachrichten, die Besucher bringen. Der Wirtschaftstrakt liegt zentral für eine einfache Essensversorgung; die längste Zeit des Tages ist der Einsamkeit und dem Gebet in den zweigeschossigen Zellen vorbehalten. „Keine kann der anderen in den Garten schauen“ - so verlangt es die geheime Ordensregel. Jeder Zelle ist ein Atelier zugeordnet, in dem die Schwestern Kunsthandwerk für den Klosterladen herstellen: Keramik, Kruzifixe, Rosenkränze.

Die Anordnung der Baukörper spiegelt die schrittweise Entwicklung hin zu Stille und Einsamkeit wider. Sie versucht mit einfachen Mitteln auszukommen, was wegen der Steilheit des Geländes nicht immer möglich war: Massive Stützwände waren nötig, um den Hang abzufangen. Die Häuser sind aus Fichte-Massivholz-Platten gebaut, weil diese einfach vorzufertigen und zu montieren sind. Fassadenverkleidung und Dachschindeln sind aus heimischem Lärchenholz. Das Kernstück der Kartause, diese zentrale Leistung des Architekten in puncto Raumeinteilung, ist dem Laien verschlossen. Dabei hat der Baumeister auf deren Gestaltung „am meisten Hirnschmalz“ verwendet, schließlich sind dort auf einem Grundriss von 4,5 auf 4,85 Metern gleich mehrere Räume untergebracht.

Der ganze Arikel: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/im-kartaeuserkloster-hier-ist-raum-fuer-die-grosse-stille-geschaffen-11577791.html

Die Reihe der "Kartausen", der Zellen

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