Dienstag, 31. Januar 2012

Goldener Brief 32-33

(Zelle und Himmel)

32. Denn wenn in der Zelle ununterbrochen Himmlisches ausgeführt wird, dann kommt der Himmel der Zelle sehr nahe durch die Ähnlichkeit des Geheimnisses, durch das liebende Ergriffensein der Frömmigkeit und durch die Ausführung des ähnlichen Werkes. Und schon ist der Weg für den Geist, der betet oder sogar aus dem Körper heraustritt, von der Zelle zum Himmel nicht mehr weit und schwierig. Denn man steigt oft von der Zelle in den Himmel auf. Kaum jemals aber steigt man von der Zelle in die Hölle hinab, außer im Sinne des Psalmes: Sie mögen lebend hinabsteigen, damit sie nicht sterbend hinabsteigen (Ps 54,16).

33. Denn auf diese Weise steigen die Bewohner der Zellen oft in die Hölle hinab. Wie sie sich nämlich gerne in beständiger Betrachtung die himmlischen Freuden vor Augen halten, um sie glühender zu erstreben, so auch die höllischen Qualen, um sie zu fürchten und zu meiden. Und das ist es, was sie für ihre Feinde im Gebet erbitten, dass sie lebend in die Hölle hinabsteigen (Ps 54,16). Sterbend steigt kaum jemals einer von der Zelle in die Hölle hinab, weil kaum einer in ihr bis zum Tode verharrt, ohne für den Himmel vorherbestimmt zu sein.

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