Donnerstag, 19. Januar 2012

Goldener Brief 14

Lasst sie reden

14. Schweigen mögen also die, die in der Dunkelheit über das Licht urteilen und euch der Neuerung beschuldigen, aus dem Überströmen ihres bösen Willens. Sie selber sollten eher als veraltet und eitel getadelt werden. Aber Lobredner und Verleumder werdet ihr immer haben, wie auch der Herr. Die Lobredner lasst unbeachtet. Das Gute das sie an euch lieben, das liebt an ihnen. Die Verleumder überseht und betet für sie. Vergesst, was hinter euch liegt (Phil 3,13). Geht an den Hindernissen vorbei, die euch neben dem Weg zur Rechten und Linken gelegt sind (Ps 139,6). Strebt nach dem, was vor euch liegt (Phil 3,13). Denn wenn ihr jedesmal entweder den Lobrednern antworten, oder mit den Verleumdern streiten wollt, verliert ihr Zeit. Das ist bei einem heiligen Vorhaben kein geringer Verlust. Wer einen aufhält, der von der Erde zum Himmel eilt, schadet ihm doch sehr, auch wenn er ihn nicht festhält.

Kommentare:

  1. Die Psalmenquelle 139,6 scheint ein wenig konstruiert zu sein, denn beim Nachschlagen lese ich - Zu wunderbar ist für mich ist solches Wissen, / zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

    Trotzdem liest sich der heutige Abschnitt wie ein Kapitel aus dem Handbuch für unseren Pilgerweg

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  2. Beachte die Zählweise der Psalmen: Ps 139 ist Ps 140 (Vulgata, Septuaginta). Dort heißt es in Vers 6: "Sie sinnen, wie ich käme zu Fall, die Stolzen, sie legen heimlich mir Schlingen." Und schon passt der Vers wieder in den Kontext von Wilhelms Sprache.
    Ja, Du hast Recht; wenn man sich auf die Väter einlässt, ruhig bleibt und nicht gleich den schnellen Erfolg haben will, dann sind deren Schriften wirklich Handbücher für das geistliche Leben.

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