Samstag, 21. Januar 2012

Goldener Brief 17-18

Gefahren: Selbstgefälligkeit

17. Ferne sei dennoch, Brüder, vom Urteil eures Gewissens, von eurer Kleinheit und Niedrigkeit und von eurem Munde jeder Hochmut. Denn von sich hoch zu denken ist der Tod. Leicht kann einer, der sich in der Höhe sieht, schwindelig werden und sein Leben gefährden. Gebt eurem Beruf einen anderen Namen, und einen anderen Titel schreibt auf euer Werk!

18. Haltet euch vielmehr für ungezähmte, wilde Tiere, die in Käfige gesperrt sind, weil sie anders auf gewöhnliche Weise nicht gezähmt werden konnten, und nennt euch so! Schaut auf die Tugend derer, die weit über euch stehen, und bewundert ihren Ruhm, die mit beiden Händen mit größter Tapferkeit kämpfen, wie Aoth, jener Richter Israels, der beide Hände wie die Rechte gebrauchte (Ri 3,15 Vg). Solange es ihnen möglich ist, lieben sie es, in ihrem Inneren mit großer Hingabe für die Liebe frei zu sein, um die Wahrheit zu betrachten. Wenn es aber die Notwendigkeit fordert oder eine Pflicht ruft, wenden sie sich mit größter Bereitschaft der äußeren Tätigkeit zu, ohne in ihr aufzugehen, um die Wahrheit der Liebe zu erfüllen.

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