Mittwoch, 1. Februar 2012

Goldener Brief 34-35

Zelle und Tempel

34. Die Zelle wärmt, ernährt und umarmt den Sohn der Gnade, die Frucht ihres Leibes, und führt ihn zur Fülle der Vollkommenheit, macht ihn würdig des Gespräches mit Gott. Einen Fremden aber oder unechten Sohn weist sie schnell von sich und verwirft ihn. Daher sagt der Herr zu Mose: "Löse die Sandalen von deinen Füßen. Denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land" (Ex 3,5). Denn ein heiliger Ort oder ein heiliges Land kann nicht lange einen Leichnam von toten Gefühlen ertragen, oder einen Menschen, der im Herzen abgestorben ist (Ps 30,13).

35. Die Zelle ist ein heiliges Land, ist ein heiliger Ort, in dem der Herr und sein Diener oft miteinander sprechen, wie ein Mann mit seinem Freund (Ex 33,11), wo sich die treue Seele oft mit dem Wort Gottes verbindet, sich die Braut mit dem Bräutigam vereint, das Himmlische mit dem Irdischen, das Göttliche mit dem Menschlichen. Wie der Tempel das Heiligtum Gottes ist, so ist die Zelle das Heiligtum des Dieners Gottes.

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