Sonntag, 19. Februar 2012

Hymnus beim Hahnenschrei

Der Hymnus  Aeterne Rerum Conditor wird im monastischen Brevier in der Laudes des Sonntags zur Morgendämmerung (wenn der Hahn kräht), gesungen. In der Kartäuser-Liturgie ist sein Platz jedoch bereits im Nachtoffizium, zu Beginn der Matutin, direkt nach dem Invitatorium.

Dieser Gesang Aeterne Rerum Conditor gehört zu den ambrosianischen Hymnen. Er gilt als einer der besten Hymnen der lateinischen Kirche, denn zahlreichen Hinweise auf die Heilige Schrift machen ihn besonders. In ihm wird der Morgen besungen, der mit einem Hahnenschrei beginnend die Schatten der Nacht hinweg hebt. Der Mensch- befreit von Glaubenszweifeln, Krankheit und Sünde - wird darin aufgefordert, sich mit dem aufbrechenden Licht zu erheben, um in den Lobpreis der Schöpfung und der Huldigung Gottes einzustimmen. 

Die Kartäusermönche der Grande Chartreuse:



 Das Video weiterklicken auf you-tube

Aeterne Rerum Conditor,
noctem diemque qui regis,
et temporum das tempora,
ut alleves fastidium.

Nocturna lux viantibus
a nocte noctem segregans,
praeco diei iam sonat,
jubarque solis evocat.

Hoc excitatus Lucifer
solvit polum caligine:
hoc omnis erronum cohors
viam nocendi deserit.

Hoc excitatus Lucifer
solvit polum caligine:
hoc omnis erronum cohors
viam nocendi deserit.

Hoc nauta vires colligit,
pontique mitescunt freta:
hoc, ipsa petra Ecclesiae,
canente, culpam diluit.

Surgamus ergo strenue:
gallus iacentes excitat,
et somnolentos increpat,
gallus negantes arguit.

Gallo canente, spes redit,
aegris salus refunditur,
mucro latronis conditur,
lapsis fides revertitur.

Jesu, labantes respice,
et nos videndo corrige:
si respicis, labes cadunt,
fletuque culpa solvitur.

Tu, lux, refulge sensibus,
mentisque somnum discute:
te nostra vox primum sonet,
et vota solvamus tibi.

Deo Patri sit gloria
Eiusque soli Filio,
Cum Spiritu Paraclito,
Nunc et per omne sæculum. Amen.

Aeterne Rerum - lateinisch-deutsch

Ewiger Schöpfer der Welt,
der du die Nacht wie den Tag beherrschest
und Zeit auf Zeit entstehen lässest,
um den Überdruss aufzuheben.

Ein nächtliches Licht den Wanderern, das einen
Teil der Nacht von dem andern scheidet, der Ver-
kündiger des Tages lässt schon seinen Ruf er-
schallen und lockt hervor die Strahlen der Sonne.

Durch ihn erwacht der Morgenstern und befreit
das Himmelsgewölbe von der Finsternis,
durch ihn verlasst die ganze Schar der bösen
Geister den Weg der Nachtstellung.

Durch ihn sammelt der Schiffer neue Kräfte
und glätten sich des Meeres Wogen:
auf seinen Ruf sühnt der Fels der Kirche
seine Schuld.

Erheben wir uns deshalb eilig,
der Hahn weckt die Daliegenden
und schilt die Schläfrigen,
der Hahn klagt die Nachlässigen an.

Mit dem Hahnenschrei kehrt die Hoffnung zurück,
Besserung wird den Kranken zuteil,
der Dolch des Räubers wird versteckt,
den Gefallenen kehrt der Glaube wieder.

O Jesu, gib Obacht auf die Strauchelnden
und bessere uns durch deinen Blick;
blickst du uns an, dann fallen die Sünden weg,
und durch Weinen wird die Schuld getilgt.

O Licht, scheine du in die Herzen und
verjage den Schlaf der Seele:
dich soll zuerst unsere Stimme preisen,
und was wir gelobt, wollen wir dir auch halten.

Ruhm sei Gott dem Vater
und seinem einzigen Sohne,
samt dem heiligen Geist, dem Tröster,
jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

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