Dienstag, 2. September 2014

Eine Stätte des Gebets – Die Kartause Maria-Hain (2/8)

Die leben ihr Leben für uns!

„Unweit des Klosters bestand bis vor wenigen Jahren eine wilde Barackensiedlung, von Erwerbslosen aufgebaut, die meist wild kommunistisch und kirchenfeindlich waren - ein Pfarrer betrat die Siedlung abends nicht ohne Gefahr. Nur merkwürdig, auf diese Patres im benachbarten Kloster ließen auch diese Wüsten Gesellen nichts kommen. Es war, als wäre ihnen eine Ahnung geblieben: Die leben ihr Leben für uns. Es blieb ein Rest Ehrfurcht und Dankbarkeit. 

Diese Ahnung trifft nun in der Tat die Auffassung, die der Karthäuser, wie überhaupt der kontemplative Mönch, heute von seinem Amte hat. Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, daß seit der Reformation vieles anders geworden ist im Mönchtum, und daß Luthers Kritik auch dort ihre Frucht gebracht hat. Es ist nicht mehr die Rede von einem verdienstlichen Stand, sondern von einem übernommenen Amt. Die Karthäuser nennen ihren schweigenden Dienst in der Einsamkeit geradezu ein öffentliches Amt. Sie sehen ihre Berufsaufgabe darin, den Gottes-Dienst zu feiern, als Beauftragte der Kirche, als deren Glieder und Mund, das Lobopfer der Danksagung darzubringen und das Gebet der Kirche und die Fürbitte für alle ihre Glieder ohne Aufhören zu Gott emporsteigen zu lassen.“


Keine Kommentare:

Kommentar posten

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...