Dienstag, 29. September 2015

Gott weiß!

IL185-Z.17.8a

Wenn man in unserm Jahrhundert, das nur auf den Nutzen ausgeht, sich noch zu Gott wendet, so geschieht es eher, weil man ihn noch braucht, als um ihn zu verherrlichen. Vor allem zu bitten, dass Gott verherrlicht werde, und sich vor allem über seine Verherrlichung zu freuen, das tut eine immer geringer werdende Zahl von Seelen. Und diese große Häresie, die die Verbindung Gottes und des Menschen, die gegenseitige Harmonie, zerstört, nimmt jeder in sich auf, sie dringt überall durch, sie verdunkelt den Verstand, führt das Gefühl auf Abwege, verkehrt die Handlungen.

Gott weiß, wie eitel und falsch die Gedanken der Menschen sind (Ps (93) 94,11). Bis in das Heiligtum und in das Kloster ist diese neblige und ungesunde Atmosphäre eingedrungen; und langsam, in kleinen Gaben, aber beständig und sicher flößt sie ihr Gift ein.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150918)

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