Donnerstag, 3. September 2015

Zur Ehre Gottes

IL162-Z.16.1a

Die Vollkommenheit an sich fordert von mir das Opfer meiner Befriedigung nicht, sie verlangt von mir nur, dass ich sie an ihren Platz, an die zweite Stelle zurücksetze. So verlangt sie in dem von mir angeführten Beispiel nicht das Opfer des Glases Wasser; ich kann es sehr wohl trinken, ohne irgendwie der Vollkommenheit mangelhaft nachzukommen. Das Wesentliche ist, dass ich es in erster Absicht zur Ehre Gottes tue. „Ihr möget essen oder trinken," sagt der Apostel. Er sagt nicht, nicht essen und nicht trinken. Essen und trinken, das ist nicht gegen die Vollkommenheit, tut es beruhigt.

Aber wenn ihr es tut, tut es zur Ehre Gottes.
Es darf weder die Lust noch das Bedürfnis zu essen und zu trinken der vorherrschende Beweggrund sein, auch nicht die Hauptabsicht oder vor allem die Endabsicht der Handlung, denn darin liegt die Unvollkommenheit. Sondern es muss der tatsächlich vorherrschende Beweggrund die, ich sage nicht aktuelle, aber virtuelle, Hauptabsicht die Verherrlichung Gottes sein. Darin besteht die Vollkommenheit.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150822)


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