Donnerstag, 3. November 2011

Kardinal Meisner über die Kartäuser, 2

2. Der kartäusische Lebensstil ist geprägt vom Eremitentum und vom Zönobitentum. Der Lebensstil gleicht einer Ellipse: Der erste Punkt ist eine kleine Kartause, ihr kleines Haus als Ort der einsamen Gottesbegegnung, und der zweite Ellipsenpunkt ist das gemeinsame Gotteshaus, die Begegnung des lebendigen Gottes mit den Brüdern. Die Liebe zu Gott braucht – wie alles im menschlichen Leben – feste Gestalt und innere Ordnung, sie braucht den rechten Ausdruck und muss nach außen das richtige Profil gewinnen. Dazu hilft dem Kartäuser die Gemeinschaft, die den Mönch aus seinem Einzeldasein in die Gemeinschaft der Brüder täglich ruft. Dort wird der Bruder dem Bruder zur Norm des Glaubens. Der eine wird für den anderen zum Mitbeter, zum Mitglaubenden, zum Mitliebenden. Die Liebe des Herzens zu Gott bekommt eine Stütze und eine Objektivierung, damit sie gesund bleibt und an ihrer Kraft nichts verliert.

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