Freitag, 11. Januar 2013

Goldener Brief 276

III. Von Ähnlichkeit zu Ähnlichkeit
oder die Einheit mit Gott
(Vollkommenheit des Geistlichen)

Das Anhangen am Guten
oder die Gewohnheiten der Tugenden

276. Und das ist das Ziel des Kampfes in der Einsamkeit, das Ende, der Lohn und die Ruhe von den Mühen und zugleich der Trost in den Schmerzen. Das ist auch die Vollkommenheit und die wahre Weisheit des Menschen. Sie umfängt und enthält in sich alle Tugenden, die nicht von anderswo entliehen, sondern in ihr gleichsam von Natur aus eingepflanzt sind, nach jener Ähnlichkeit mit Gott, durch die er selbst ist, was er ist. Wie nun Gott das ist, was er ist, so ist auch, was das Gut der Tugend betrifft, die Gewohnheit des guten Willens so zu einer guten Gesinnung gefestigt und gestimmt, dass sie infolge der glühendsten Anhänglichkeit an das unveränderliche Gut anscheinend auf keine Weise mehr geändert werden kann von dem, was sie ist.


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