Samstag, 16. Februar 2013

Das Lob der Einöde –

. . . wurde oftmals wiederholt, stützte sich auf ähnliche Gründe und wurde von jedem , je nach dem eigenen literarischen Talent, dargelegt.

Nilus von Ankyra (+ um 430), ein Schüler des Chrysostomus, verfasste eine Abhandlung
„über die Vorteile, die sich für die Mönche ergeben, die fern von den Städten in der Einöde leben“.

Der für die Wüste begeisterte heilige Hieronymus lobte sie in seinen Briefen an Paulinus, Heliodor, Rusticus mit schwungvollem Stil:

„O Wüste mit den Blumen Christi geschmückt! O Einsamkeit, wo die Steine wachsen, mit denen in der Apokalypse die Stadt des großen Königs erbaut wird! O Wüste, welche die Vertrautheit Gottes genießt.“

Johannes Cassian förderte mit rhetorischer Inbrunst diese Strömung. Einer seiner Schüler, Eucherius von Lyon (+ um 450), Mönch des Inselklosters Lerins, verfasste einen an Schriftbeweisen und geistlichen Argumenten dichten und ausgezeichneten
Lobpreis der Wüste:
„O wie süß sind die abgesondert in den Wäldern liegenden Eremitagen für die, welche Durst nach Gott haben! Wie lieblich sind ihre Abgeschiedenheit für die Christussucher! ... Alles schweigt. Die durch das Schweigen aufgeweckte Seele erfreut sich an Gott ... Vergeblich tobt der Feind, der wie ein Wolf den vom sicheren Pferch umschlossenen Schafen auflauert ...
Voll Freude besuchen Engelchöre die Wüste ... Hier ruht auch am Mittag der Bräutigam, und die Bewohner der Einöde schauen auf ihn verwundet von Liebe und sprechen: Dem sind wir begegnet, den unsere Seele liebt. Wir haben ihn festgehalten und lassen ihn nicht gehen“.

(vgl. G. Posada, Der heilige Bruno)


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