Freitag, 27. September 2013

Reich und bevorzugt

Wir werden unter die Reichen und Bevorzugten des göttlichen Heilsplanes eingereiht, wenn wir die barmherzige Liebe schlicht und dankbar annehmen, wie sie uns dargeboten wird. Wir suchen oft bei Menschen, was diese uns nicht geben können, und verurteilen uns so dazu, der menschlichen Ebene verhaftet zu bleiben, wo wir verkümmern. Die höchste Gnade kann unwirksam sein in einem Herzen, das sich selbst sucht und jede Mühe scheut. Sogar die Sakramente werden dem, der ihnen seine Seele nicht erschließt und sich niemals von seinem Ich losreißt, nur wenig Gewinn bringen. Man müßte die Stimme eines hl. Paulus haben, um diese Seelen wachzurütteln:

„Ihr Unverständigen! ... Wer hat euch nur bezaubert, denen doch Jesus Christus am Kreuze vor die Augen gezeichnet wurde? ... Wo ist nun euere selige Begeisterung? ... Meine Kinder, noch einmal leide ich um euretwillen Geburtswehen, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat. Ich möchte jetzt bei euch sein und in anderer Sprache zu euch sprechen. Denn euretwegen bin ich in großer Sorge“ (Gal 3, 1; 4, 15. 19-20).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)



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