Montag, 6. Januar 2014

Bruder Paul Maria OCart

Denjenigen, die den Besuch von Papst Benedikt XVI. am9. Oktober 2011 in der Kartause Serra San Bruno (Kalabrien, Italien) gesehen haben und die Vesper mit verfolgen konnten, haben sicherlich auch den kräftigen Kartäuser gesehen, der so ganz und gar nicht asketisch wirkte wie die meisten seiner Mitbrüder.



Es war die Zeit, als die portugiesische Kolonie Mosambik (Südostafrika) sich anschickte, ihre Kolonialmacht Portugal aus ihrem Land zu verjagen. Bisher wurden auch die einheimischen Männer als Soldaten in die portugiesische Armee eingezogen. So kam im Jahr 1961 der am 27. Februar 1942 in Namacha geborene Rafael Joaquin da Fonseca nach Portugal um seinen Wehrdienst zu leisten. Er teilte sein Schicksal mit vielen anderen jungen Männern, unter den sich auch Eusébio da Silva Ferreira befand. Diese beiden Männer waren nur kurze Zeit Soldaten. „Späher“ erkannten ihr fußballerisches Talent. Und so fanden sie sich schnell in Profi-Fußball-Vereinen wieder. Eusébio kam zu Benfica Lissabon und wurde ein berühmter Fußballer; er war Europapokalsieger und Nationalspieler; zu seiner Zeit ein Idol der Jugend. Rafael Joaquin da Fonseca kam zu Sporting Lissabon; hier wurde er ein allseits geschätzter Spieler.

Ab 1964 trat bei Rafael Joaquin da Fonseca, der ein ruhiger, höflicher Mann war und so oft es ging die Messe besuchte, eine Veränderung ein. Er lies das hektische Leben mit viel Pomp als Fußballprofi hinter sich und ging zu den Salesianern. Doch seine Entscheidung wurde bald noch radikaler. Im Sommer 1968 trat er nach einem Besuch in der portugiesischen Kartause Evora im Alter von 27 Jahren in den Orden der Kartäuser ein. Aus dem Fußballprofi Rafael Joaquin da Fonseca wurde der Kartäuser Bruder Paul Maria.

„Ich hörte den Ruf Gottes und ich folgte!“

19 Jahre lebte er in der Kartause seines Eintritts, bevor er in die Grande Chartreuse geschickt wurde. Hier lebte er nur einige Jahre.  Bald kam Bruder Paul Maria nach Kalabrien, am Südzipfel Italiens gelegen, in die zweite vom heiligen Bruno gegründete Kartause Serra San Bruno.

Bruder Paul Maria erhielt die wichtige, ja unersetzliche und oft unterschätzte Funktion als Pfortenbruder. So war er oft erster Ansprechpartner für Pilger, Gäste, Besucher und vor allem für am Kartäuserleben interessierte Männer.

Das Aussehen von Bruder Paul Maria hat sich tatsächlich stark verändert. Aus dem einst schlaksigen Athleten ist ein älterer und kräftiger Mönch geworden. Er wird als gutmütig beschrieben und ist mit guten Umgangsformen ausgestattet.



Wieder einmal sind wir überrascht, wie die göttliche Vorsehung das Leben eins jungen Mannes gänzlich verändert hat. Erfolg und Ruhm, materieller Erfolg waren ihm nicht alles. Er hat all das sogar für nichtig erachtet, als er den Ruf des Herrn vernahm: Folge mir! Er folgte Ihm in die Einsamkeit des monastischen Lebens. Offensichtlich fand er hier Ruhe für seine Seele. Bruder Paul Maria strahlt diese zufriedene Glückseligkeit aus; sie strahlt aus seinen Augen.
 

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