Mittwoch, 25. Februar 2015

Alles ist „Geschöpf“

IL044-Z.3.1b
Wenn ich vom Gebrauch der Geschöpfe rede, rede ich von der Art und Weise, wie ich die existierenden Dinge, die geistigen und materiellen, und die einander folgenden Ereignisse benützen soll. Dieses Wort „Geschöpfe" hat also einen vollkommen allgemeinen Sinn und bezeichnet alles, was nicht Gott ist, alles, was zwischen Gott und mir ist, alles, was um mich herum, in mir, für mich und gegen mich ist und geschieht. Dieses Wort wird hier nie angewendet in dem beschränkten Sinn, den ihm der gewöhnliche Sprachgebrauch zuordnet, der also einzig die materiellen Wesen bezeichnet. In seiner weiten und absoluten Bedeutung ist es sehr tauglich, um kurz und klar die großen Lebensgrundsätze auszudrücken; es allein begreift in sich alles, was zu meinem Gebrauche ist.

Folglich brauche ich mich nicht auf Einzelheiten einzulassen, ich bin nicht genötigt, zum Beispiel nacheinander vom Gebrauch der Gnade, der Sakramente, der Nahrungsmittel, der Ereignisse usw. zu sprechen; nein, all das bezeichne ich mit diesen zwei Worten: Gebrauch der Geschöpfe; und in diesen beiden Worten fasse ich alles zusammen, was meiner Seele und meinem Leib dienlich ist und sein kann. Es liegt mir viel daran, diese tiefe Bedeutung, die dem Wort „Geschöpf' verliehen wird, zu erfassen, und deren Tragweite zu begreifen, weil dieses Wort oft angewendet wird.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150225)

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