Montag, 2. Februar 2015

Die Vernunft wird zweifellos vom Glauben erleuchtet

IL022-VW22

Man wendet sich hier vor allem an die Vernunft, und für das Gefühl findet sich sehr wenig. Viele Bücher übertreiben heutzutage die Bedeutung des Gefühls, so dass es erlaubt ist, ihm hier nur eine sehr kleine Rolle zuzuweisen. Im Übrigen muss man zur Vernunft gehen, wenn man bis zum Grund und zur Wurzel vordringen will. Daher wird eine auf vernünftigen Gedanken beruhende einfache Schlussfolgerung ausreichen, uns bis zu den höchsten Folgerungen der vollendeten Heiligkeit zu führen.

Die Vernunft wird zweifellos vom Glauben erleuchtet werden. Die Wurzel wird vom Stamm nicht getrennt werden, wenn sie ihre Blüte hervorbringen soll. Aber es ist nichtsdestoweniger wahr, dass sich diese Blüte der Frömmigkeit als die volle und vollkommene Entfaltung der Vernunft durch den Glauben erweist. In den folgenden Darlegungen wird man zu dieser Überzeugung gelangen. Man wird sehen, dass es ausreicht, sich mit der Hilfe der Gnade vernunftgemäß zu verhalten, - ich sage nicht, Vernunft zu haben -, um im vollem, strengen Sinn des Wortes ein Heiliger zu sein.  

Auch wenn man den Menschen als ein vernünftiges Wesen definiert hat, muss man leider sagen, dass dieses vernunftbegabte Wesen sein Leben damit zubringt, unvernünftig zu sein und zu handeln.

Die Frömmigkeit ist die zarte Blüte des Glaubens und der Vernunft.
Vernunft und Glaube finden ihre volle Entfaltung nur in der Frömmigkeit.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150202)

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