Donnerstag, 5. März 2015

„Befriedigung"

IL051-Z.4.1
Ich wende gern diesen Ausdruck „Befriedigung" an, um besser die Natur des Bedürfnisses, das ich beim Suchen empfinde, und die der Zufriedenheit, die ich im Besitze erlebe, ausdrücken zu können. Ich habe das Bedürfnis, befriedigt zu werden, deswegen suche ich.
Ich gebe mich der Ruhe hin, wenn ich befriedigt bin. 

Nun aber gibt es für mich in den Geschöpfen, die durch die Hand ihres Schöpfers hingestreut sind wie ein Same, unendlich mannigfaltige Freuden.
Materielle Freuden durch das Gesicht, durch das Gehör, den Geruch, Geschmack, das Gefühl:
die Schönheiten der Natur und der Künste, den Zauber der Musik, die Wohlgerüche der Blumen, den Wohlgeschmack der Nahrungsmittel usw.
Moralische Freuden in der Familie, durch Freundschaft, Achtung, in Ausübung der Tugend usw. Freuden für den Verstand in Literatur und Wissenschaften, in Entdeckung oder Betrachtung der Wahrheit.

Schließlich übernatürliche Freuden, im Gebet, in religiösen Übungen, im Ergriffensein durch die göttlichen Gnaden. Wie viele Freuden! Wie mannigfaltig sind sie, und wie ausgedehnt! Was sind sie in der Absicht Gottes, der sie gemacht hat, und was ist ihre Aufgabe?

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150305)

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