Donnerstag, 26. Juli 2012

Goldener Brief 165


165. Verzeih, Herr, verzeih! Wir entschuldigen, wir suchen Ausflüchte, aber niemand kann sich vor dem Licht deiner Wahrheit verbergen (Ps 18,7). Wie es die erleuchtet, die sich ihm zuwenden, so trifft es auch die, die sich abwenden. Nicht ist verborgen vor dir unser Gebein, das du geformt hast, verborgen vor den Menschen (Ps 138,15). Wir aber verbergen es vor uns selber. Denn kaum einer möchte in dem, was dich betrifft, erfahren, was er kann. Er kann es aber sehr leicht, sobald ihn, was das Fleisch oder die Welt betrifft, entweder die Furcht bedrängt oder die Begierde zieht. Aber wenn wir auch unwissende Menschen täuschen, so gestatte nicht, dass wir uns selbst täuschen, indem wir gleichsam dich täuschen wollen. Wir arbeiten nicht, weil wir entweder nicht können oder weil es uns scheint, dass wir nicht können, oder weil wir infolge der Gewohnheit des Nichtstuns und des Vergnügens uns zur Arbeit unfähig gemacht haben.

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