Samstag, 28. Juli 2012

Goldener Brief 167


167. Eines freilich wäre notwendig (Lk 10,42). Wir aber, die wir weder auf das Eine ausgerichtet sind, noch uns im Vielen abmühen, zu welchem Stand werden wir gerechnet  werden? Hoffentlich zu dem, von dem der Apostel sagt:"Dem, der keine Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet nach dem Ratschluss der Gnade Gottes" (Röm 4,5 Vg). Würden wir doch wie jene Sünderin beurteilt werden, der viel vergeben wurde, weil sie viel geliebt hat (Lk 7,47)! Und glücklich die Seele, die nach diesem Urteil beim Herrn verdient hat, gerechtfertigt zu werden nach der Beurteilung derer, die den Namen des Herrn lieben (Ps 118, 132), so dass diese Seele jede Gerechtigkeit, die von Werken kommt, und jedes Vertrauen auf Verdienste aufgibt und in dem allein gerechtfertigt wird, dass sie viel geliebt hat. Denn in der Liebe zu dir, 0 Gott, ist für das liebende Gewissen deine Liebe selbst ein großer Lohn (Sir 12,2), dann aber das ewige Leben.

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