Montag, 4. November 2013

Der vorzügliche Weg

Treue in bestimmten religiösen Übungen genügt durchaus nicht, um einen Menschen innerlich zu machen. Ein wirklich innerlicher Mensch hört nicht auf zu beten, wenn seine Lippen schweigen; er hört nicht auf, Gott zu preisen, wenn er von gleichgültigen Dingen spricht. Die Gefahr, die in einer zu stark veräußerlichten Ordnung liege, besteht darin, daß man dem geistlichen Leben Grenzen setzt und zu einer formelhaften Erstarrung im Ausdruck der Frömmigkeit kommt. Wir brauchen nicht näher darauf einzugehen, denn das Evangelium warnt mehrmals vor dieser Gefahr:

„Dieses Volk ehrt Mich nur mit den Lippen, sein Herz jedoch ist fern von Mir“ (Mt 15, 8).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)



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