Sonntag, 25. Januar 2015

Martha! Martha!

(IL014-VW14)


Du bist unruhig und betrübt, denn du kümmerst dich um viele Dinge! (Lk,10,41).

Siehst du, wie die vielfältige Geschäftigkeit das Unglück Marthas bildete? Sie hatte zu viele Dinge im Kopf! Das Vielbeschäftigtsein teilte sie. Weil sie sie teilte, wurde sie beunruhigt, durch die Beunruhigung wurde sie betrübt und durch die Betrübnis wurde sie geschwächt. 

So kam es, dass ihre Kräfte nicht mehr reichten und sie sichgenötigt sah, ihre Schwester um Hilfe zu ersuchen. Ebenso verhält es sich bei uns. In vielfacher Weise zersplittern die Beschäftigungen des Lebens und die tausend Sorgen des persönlichen Interesses die Seele. 

Und die vielen unzusammenhängenden Übungen der Frömmigkeit vermehren ihr Übel, anstatt ihr Einheit, Stärke und Frieden zu bringen. Sie teilen, verwirren und schwächen sie noch mehr. Warum wundert man sich noch über die Schwäche der Seelen, wenn das, was ihr Heilmittel und ihr Leben sein sollte, das Übel vermehrt, an dem sie leiden?

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150125)

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