Sonntag, 23. August 2015

Leseprobe (1/7) aus: Pater Anton Jans. Kartäuser und Mystiker

Aus dem Geleitwort von Prälat Martin Grabmann,
Professor der Theologie an der Universität München.

„Dieses Buch kommt aus dem Lebenskreise eines weißen, schweigenden Mönches. Von einer Seite, deren Wunsch ich gerne willfahre, ist mir das Manuskript zugestellt worden mit dem Ersuchen, dasselbe mit einem Geleitwort versehen herauszugeben. Da ich mich literarisch mit Prinzipienfragen der katholischen Mystik, mit Grenzgebieten von Dogmatik und Mystik und mit Geschichte der Mystik, vor allem der deutschen Mystik des Mittelalters, befaßt habe, liegt dieses mit Liebe und Tiefe gezeichnete Seelenbild, das man als ein Mystikerleben bezeichnen kann, nicht ganz abseits von meinen wissenschaftlichen Arbeitsgebieten. Auch muß gerade auf den Priester und Theologen die Schau in ein reiches religiöses Innenleben, das übernatürliche Kräfte und Werte widerstrahlt, das gelebte Theologie, gelebte Gnadenlehre ist, eine große Anziehungskraft ausüben.“ . . .

„Dieses Lebensbild ist geschrieben von einem, der Zeuge dieses Aufstieges einer hochherzigen Seele zu Gott gewesen ist, und stützt sich auch auf Tagebuchaufzeichnungen, welche in ihrer Reinheit, Erhabenheit und Unmittelbarkeit des religiösen Denkens und Empfindens an die Werke der klassischen Mystik des Christentums gemahnen. Dieser geradlinige, allen Schwierigkeiten trotzend immer höher und höher vordringende Emporstieg zu Gott, der Höhenflug in das Lichtreich des Übernatürlichen, erinnert an die himmelanragenden, vom Sonnenlicht umflossenen Gipfel der Schweizer Berge, innerhalb welcher sich dieses Leben rasch abgespielt hat. Solche Aufzeichnungen sind besonders auch deshalb wertvoll, weil bei ihrer Niederschrift der Gedanke, daß diese Zeilen je veröffentlicht werden könnten, gänzlich ferne lag.

Aszese, die durch konsequente, willensstarke Kleinarbeit an sich vollziehende seelische Läuterung und Vervollkommnung, und Mystik, der Höhenweg der gottinnewerdenden Beschauung, das Seelenglück der Gottvereinigung treten uns in diesem Lebensbild in harmonischer Einheit entgegen. Psychologisch betrachtet trägt dieses an äußeren Ereignissen so arme, an innerer Tätigkeit so reiche Leben das Gepräge einer ergreifenden Einfachheit, Schlichtheit und Selbstverständlichkeit an sich. Der Zusammenklang von Natur und Übernatur spricht sich ähnlich wie bei den deutschen Mystikern in edler Naturfreude aus sowie in einem durch die Einsamkeit und Abgeschlossenheit des strengsten aller Orden keineswegs behinderten, nur in eine höhere Sphäre erhobenen brieflichen Verkehr mit Eltern und Angehörigen.“ . . . 


Pater Anton Jans: Kartäuser und Mystiker
(Hrg. Martin Grabmann), Neuauflage August 2015
Taschenbuch: 190 Seiten, Größe 12,7 x 1,2 x 20,3 cm
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform;
Auflage: 1 (11. August 2015)
ISBN: 978-1516835973
Euro: 15,95; (Kindle Edition  Euro: 6,90)






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