Montag, 3. August 2015

Sünde - Unvollkommenheit

IL146-Z.14.1b

Ich greife zu einem Beispiele. - Es ist warm, mich dürstet, ich trinke ein Glas Wasser. Es ist klar, wenn ich ein Glas Wasser trinke, ist keine Spur von einer Beleidigung Gottes vorhanden. Indes, warum trinke ich in Wirklichkeit dieses Glas Wasser? Weil mich dürstet. Ach, was ist das schon? Meine Befriedigung in erster Linie. Der Durst ist der erste und ein wenig auch der letzte Beweggrund meiner Handlung. Und wo ist die Ehre Gottes? - Leider vergessen!

Mein Bedürfnis, meine Befriedigung, ich stehen an erster Stelle. Finde ich da nicht die wesenhafte Unordnung, die Verkehrung meines Schöpfungsplanes, ich vor Gott, meine Lust vor seinem Ruhme, meine Befriedigung vor seiner Ehre?

Aber wenn ich ein Glas Wasser trinke, ist damit ein Übel verbunden?
An sich, nein. Aber wenn ich es so trinke, wenn menschliche Befriedigung  der bestimmende und ausschließliche Beweggrund ist, dann ist ein Übel vorhanden.
Aber ist dieses Übel eine Sünde?
Nein, es ist das, was man Unvollkommenheit nennt.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150803)


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