Montag, 17. August 2015

„Worin besteht also der Stand der Vollkommenheit?“

IL157-Z.15.3

Der Stand der Vollkommenheit besteht in nichts anderem als darin, in allem zuerst auf Gott zu schauen, ihn zu lieben und zu suchen.

Das heißt, die Frömmigkeit ist bei jenem Zustande der relativen Vollkommenheit angelangt, der alle Verkehrung der rechten Ordnung ausschließt. ,,Alles, was ihr tut in Wort oder in Werk," sagt der heilige Paulus, „das tut alles im Namen des Herrn Jesus und gebet Gott dem Vater durch ihn die Ehre." (Kol 3, 17). Darum möget ihr essen oder trinken, oder etwas anderes tun, so tut alles zur Ehre Gottes (1 Kor 10,31). Alles, vollständig alles, sagt der Apostel. Alles insgesamt und jedes einzeln: Omnia ... omne quodcumque...
Dieses Alles kennzeichnet die Vollkommenheit.
Diliges ex toto.
Hier vermeiden alle Kräfte der Seele und des Leibes nicht mehr bloß jede Sünde, sondern sie vermeiden jeden Eingriff in die Rechte Gottes. Dieser Willensentschluss und diese Geneigtheit, auf Gott zuerst zu sehen, ihn zu lieben und zu suchen, erstreckt sich hier in Wahrheit auf alles ohne Ausnahme. Gott ist wahrhaft an seinem Platz, an der Spitze meines Lebens.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150817)


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