Dienstag, 8. Februar 2011

Gott schauen, 6


1.      Die Rolle der Lesung

Bei der Lesung stoße ich auf die Stelle: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8). Ein kurzer Satz, aber reich an wohltuenden Gedanken. Der verlangenden Seele wird gleichsam eine Traube gereicht. Sie schaut sie an und sagt sich: Dieses Wort kann mir gut tun. Ich will also in mein Herz einkehren und versuchen, diese Reinheit zu verstehen und zu finden. Sie ist wirklich ein kostbares und erstrebenswertes Gut, da jene seliggepriesen werden, die sie besitzen, und ihnen die Anschauung Gottes, das heißt, das ewige Leben, versprochen wird, und da die Heilige Schrift sie überaus lobt. Die Seele möchte nun all das besser verstehen und greift deshalb nach der geheimnisvollen Traube, zerkleinert und zerkaut sie und presst sie sozusagen in der Kelter. Sie strengt ihren Verstand an, um zu entdecken, was diese so kostbare und begehrenswerte Reinheit des Herzens ist und wie man sie erwerben kann.

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