Montag, 11. Juli 2011

Gott schauen, 109


(Louis Baudin, Méditationes cartusiennes, 2,547-548):

Unsere Brüder um Gottes Willen lieben heißt,
das in ihnen lieben, was Gott an Göttlichem in sie hineingelegt hat,
nämlich sein Ebenbild:
„Lasst uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis!“ (Gen 1,26).
Mehr noch, Gott hat uns auch sein eigenes Leben geschenkt,
so dass wir Gotteskinder sind:
„Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes.
Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden.
Wir wissen, dass wir ihm ähnlich werden, wenn er offenbar wird;
denn wir werden in sehen, wie er ist“ (1Joh 3,2).
Dieses göttliche Leben,
das in uns eine wirkliche Ähnlichkeit mit Gott schafft,
fordert, dass wir unseren Brüdern mit Hochachtung begegnen,
weil sie Gotteskinder und Ebenbilder Gottes sind.
Wir haben ihnen gegenüber die schwere Pflicht,
ihrem Streben nach Vollkommenheit nicht zu schaden.
Denn unsere Handlungen,
Worte, Ratschläge und sogar unser Schweigen
können sie zum Bösen verleiten
und zumindest zu einem Stillstand im Guten führen.

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