Samstag, 15. September 2012

Über die Kartause Marianau 1974 (3 von 5)



(3)
Wer sich dem Kartäuserorden anschließt, kann es als Zellenmönch oder als Brudermönch tun. Es sind zwei verschiedene Wege mit dem gleichen Ziel, Jesus nachzufolgen. Die Brüder dienen der Kartause durch ihre körperliche Arbeit und durch das Gebet, das ihrer Arbeit angeglichen ist. Der Zeilenmönch dient vor allem durch sein Gebet. Das Studium und die geistlichen Lesungen nähren das Gebet. Ein Kartäuser muß Sinn haben für das Gebet, sagt der Prior. Er muß wissen, daß das Gebet eine positive und notwendige Tätigkeit ist, durch die man wirken kann. Dieser Grundeinstellung entsprechend, prägt das Gebet das Einsiedlerleben. Gebetet wird in der Zelle und immer wieder im Chor. Gebetet wird von abends elf Uhr, wenn sich der Mönch nach drei Stunden Schlaf erhebt, bis um zwei Uhr in der Früh. Gebetet wird nach weiteren drei Stunden Schlaf um sechs Uhr in der Frühe. Das volle monastische Tagesgebet der Kirche gibt dem Tag des Kartäusers seinen gleichbleibenden Rhythmus. Die Eucharistiefeier und die Meditation sind außerdem Schwerpunkte des Tages.

Pater Gerhard Eberts
Mainzer Kirchenzeitung „Glaube und Leben“, 5. Mai 1974

Foto aus dem Zeitungsbericht
 Bildtitel
Der Zellenmönch dient vor allem durch sein Gebet. 
Nebendem Chorgebet betet er vor allem in seiner Eremitenzelle.

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