Montag, 17. September 2012

Über die Kartause Marianau 1974 (5 von 5)

(5)

14 Patres leben in Marlenau und 15 Brüder. Zwei junge Leute machen zur Zeit ihr Noviziat, und einer hat sogenannte zeitliche Gelübde, das heißt, er prüft sich für drei Jahre. Das Leben in der Zelle finden manche anfangs romantisch, erzählt der Prior. Aber wenn es dann ernst werde, wenn einer auf jede weltliche Karriere verzichten muß, um für immer Mönch zu sein, kommt die  Panik. Kartäuser sind keine Menschen, die vor dem Leben geflohen sind, setzt der Prior fest hinzu. Wenn einer draußen nicht fertig wird, wie soll er mit sich in der Einsamkeit fertig werden? Die zwei Ältesten in der Kartause sind 85 Jahre - das Fasten hat ihnen nicht geschadet. Der Jüngste ist 26.

Es ist wenig damit gewonnen, wenn man den Lebensrhythmus einer Kartause schildert. Er ist uns fremd. Aber eins ist dem modernen Menschen nicht fremd, auf das ihn diese verborgene Wirklichkeit im Allgäu stößt: die Frage nach Gott. Die Mönche in der Kartause setzen der „Tod-Gottes-Theologie" eine konkrete „Gott-lebt-Theologie" gegenüber. Sie tun es nicht durch Worte, sondern durch ein konsequentes Leben.

Das Abschiedswort des Priors nach einem Rundgang durch die Kartause ist teilweise ein persönliches Bekenntnis; teilweise aber auch ein Rat: „Das Leben ist kurz, man muß es gut anlegen!"

Pater Gerhard Eberts
Mainzer Kirchenzeitung „Glaube und Leben“, 5. Mai 1974

Foto aus dem Zeitungsbericht
 Bildtitel
Die Brüder dienen der Kartause durch das Gebet 
und durch ihre körperliche Arbeit. 
Die Kartäuser versorgen sich weitgehend selbst. 
Hier Brüder bei der Arbeit im Garten.

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