Samstag, 10. November 2012

Ein Stück Fundament (3 von 4)

... vom Kreuzgang der Kölner Kartause


(3)
Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges machten die bisherigen Aufbauarbeiten zunichte. Größte Schäden waren zu vermelden. Die renovierte Kirche wurde stark in Mitleidenschaft gezogen und das Kapitelhaus gänzlich zerstört. Überreste der Kreuzgänge waren dem Erdboden gleich und die Brüdergebäude bestanden nur noch aus ihren Außenmauern. Wiederum standen umfängliche Wiederaufbaumaßnahmen bevor.

Zuerst konnte die dreiflügelige Anlage des ehemaligen Brüderhauses wiedererrichtet und in Gebrauch genommen werden. Die Kirche wurde bis 1953 wiederhergestellt, an ihrer Nordseite angelehnt die Engel- und die Marienkapelle; ebenso die Sakristei. Das an die Apsis der Kirche angrenzende Kapitelhaus wurde erst 1984 wiederaufgebaut. Alle diese Gebäude dienen heute der evangelischen Gemeinde Kölns als Akademie, als Familienzentrum, als Alten- und Pflegeheim, als Hospiz sowie weiteren Angeboten.

Die Kirche grenzt heute an ihrer Südseite an eine rechteckige Grünfläche, die einst der kleine Kreuzgang umgab. Der jetzige Gemeindesaal, den die Gemeinde auch Kreuzgangsaal nennt, befindet sich im Südflügel dieses kleinen Kreuzgangs. Dort wurde bei Umbauarbeiten zu Beginn dieses Jahres eine Mauer entdeckt, die einen Eindruck von der Größe der alten Klosteranlage vermittelt. Das sieben Meter lange Mauerstück mit einem starken Fundament, in dem auch die Schwelle eines Durchlasses zu erkennen ist, teilte einst die beiden Kreuzgänge, nämlich den Südflügel des kleinen Kreuzgangs und einen Teil des Nordflügels des großen Kreuzgangs.

(aus: Una Voce Korrespondenz 1. Quartal 2012)

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