Donnerstag, 22. November 2012

Goldener Brief 235

235. Wenn der Wille nach oben strebt, wie das Feuer an den ihm zukommenden Ort, das heißt, wenn er sich mit der Wahrheit verbindet und sich zu Höherem erhebt, ist er verlangende Liebe (amor). Wenn er, um gefördert zu werden, von der Gnade genährt wird, ist er selbstlose Liebe (dilectio). Wenn er erfasst, festhält und genießt, ist er göttliche Liebe (caritas), Einheit des Geistes (1 Kor 6,17) und Gott. Denn Gott ist die Liebe (1 Joh 4,16). Wenn der Mensch darin eine Vollkommenheit erreicht hat (Sir 18,6), ist er aber erst am Anfang, weil es in diesem Leben darin keine Vollendung gibt.

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