Samstag, 24. November 2012

Goldener Brief 237

237. Doch solange er dabei dem Nutzen oder der Notwendigkeit der Natur dient, ist er Natur oder ein Streben der Natur. Wenn er sich aber auf das Überflüssige oder Schädliche verlegt, ist er ein Laster der Natur oder des Willens selbst. Beim ersten Verlangen oder Auftreten kannst du das an dir selber erkennen. Wenn der Wille in den Dingen, die den Körper betreffen, oder in den Notwendigkeiten des Lebens beim ersten Verlangen eine Grenze setzt, ist er ein natürliches Streben der Seele. Wenn er aber im Verlangen nach immer mehr fortschreitet, verrät er sich selbst, weil er dann nicht so sehr Wille als Laster des Willens ist, nämlich Habgier, Genusssucht oder anderes dieser Art. Denn der Wille hat in diesen Dingen bald genug, den Lastern des Willens ist aber nie etwas genug.

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