Freitag, 2. November 2012

Nicht ohne Menschen, sondern mit Gott

Das Kartäuserleben ist eine harmonische Verbindung von einsamem und gemeinsamem Leben. Es ist schwerpunktmäßig Einsiedlerleben, das in kluger Weise jedoch durch dreimaligen täglichen gemeinsamen Gottesdienst und zweimal wöchentlich durch gemeinsame brüderliche Erholung gemäßigt ist. Dadurch werden die Gefahren eines extremen Einsiedlerlebens vermieden.

Wie viel nervliche Spannung ist nach einer frohen Erholung mit Mitbrüdern wie weggeblasen! Wie viel trägt die Rücksichtnahme auf die Mitbrüder zur Charakterformung bei!

Wir alle wissen aus Erfahrung, dass man zumindest zuweilen allein sein muss, einen ruhigen Ort braucht, um sich ganz auf eine Arbeit konzentrieren zu können, sei es Studium, die Lösung eines technischen Problems oder künstlerisches Schaffen. Noch mehr gilt dies, wenn ein Mensch sich ganz und ausschließlich auf Gott hin öffnen will, für Gott da sein will.

„Leben in der Einsamkeit bedeutet ja nicht nur leben ohne Menschen, sondern leben mit Gott und für Gott" (Sergius Bulgakoff).

(P. Hubertus Maria Blüm OCart, Die Kartäuser, Köln 1983, 15)

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