Freitag, 25. Mai 2012

Goldener Brief 103


103. Wähle dir selbst nach meinem Rat einen Menschen, dessen beispielhaftes Leben so in deinem Herzen wohnt, den du so verehrst, dass du dich jedes Mal, wenn du an ihn denkst, in Ehrfurcht vor ihm erhebst, dich selbst ordnest und sammelst. So als ob er anwesend wäre, möge der Gedanke an ihn in der Zuneigung gegenseitiger Liebe alles in dir bessern, was einer Besserung bedarf, ohne dass deine Einsamkeit einen Schaden an ihrer Abgeschiedenheit nimmt. Er möge bei dir sein und dir beistehen, wann immer du willst. Er soll dir oft begegnen, auch wenn du nicht willst. Der Gedanke an seine heilige Strenge möge dir seine Vorwürfe vergegenwärtigen. Der Gedanke an seine Güte und Milde möge dich trösten. Die Reinheit seines heiligen Lebens soll dir ein Vorbild sein. Denn wenn du dir vorstellst, dass auch alle deine Gedanken von ihm gesehen werden, wirst du dich genötigt fühlen, dich zu bessern, als ob er dich sehen und tadeln würde.

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