Mittwoch, 19. Dezember 2012

Goldener Brief 260

260. Es gibt aber eine Ähnlichkeit mit Gott, die niemand ablegen kann, solange er lebt. Diese hat der Schöpfer aller  Menschen einem jeden Menschen als Zeugnis für eine verlorene, bessere und würdigere Ähnlichkeit hinterlassen. Diese besitzt jeder, ob er will oder nicht, sowohl der, der sie erkennen kann, als auch der, der so stumpfsinnig ist, dass er sie nicht erkennen kann. Sie besteht darin, dass, wie Gott überall ist und in seiner Schöpfung überall ganz ist, so auch jede lebende Seele ganz in ihrem Körper ist. Und wie Gott, der immer sich selber gleich ist, in seiner Schöpfung in gleichbleibender Weise ungleiche Wirkungen hervorbringt, so bringt auch die Seele des Menschen, wenngleich sie den ganzen Körper mit dem gleichen Leben belebt, dennoch in den Sinnen des Körpers und in den Gedanken des Herzens in einer gleichen Handlung beständig ungleiche Wirkungen hervor. Diese göttliche Ähnlichkeit im Menschen ist, was das Verdienst betrifft, vor Gott von keiner Bedeutung, da sie Eigenschaft der Natur ist und nicht eine Frucht des Willens oder der Anstrengung.

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