Donnerstag, 24. Oktober 2013

Alles mit großem Herzen

Wenn man ein übernatürliches Leben führen will, darf man keinerlei Verengung zulassen. Man kann Gott nur mit großzügigem Herzen dienen; nur ein aufgeschlossener Geist ist fähig, Sein Licht widerzuspiegeln. Solange der Glaube noch mit Kleinmut durchsetzt ist, ist er noch mit natürlichen Regungen belastet. Ein tiefes Innenleben dagegen weckt in der Seele diese weise Kühnheit, diese Freiheit des Denkens und Weite des Geistes, ohne die eine Entfaltung der Gnadenkräfte nicht denkbar ist.

„Ich wandle auf dem Wege Deiner Satzungen, denn weit machst Du mein Herz“ (Ps 119, 32).

Darum sind gläubige Menschen von einer verstehenden, feinfühlenden Liebe beseelt, die sich überall zurechtfindet und aus allem Nutzen zieht. Kein Opfer ist ihnen zu schwer, kein Dienst zu gering; für sie ist das alles nur Holz, das die Flamme ihrer Liebe unterhält.

„In Ehre und in Schmach, in Schmähungen und im Lob, betrübt und doch immer frohgemut, arm und doch viele bereichernd, besitzlos und doch im Besitze von allem“ (2 Kol 6, 8. 10).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)



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