Samstag, 26. Oktober 2013

Täuschungen und gefährliche Wege

So mancher Christ glaubt, er sei zu großen Opfern bereit, und es gelüstet ihn nach heldenhaften Taten; die kleinen Pflichten aber hält er für seiner nicht würdig und vernachlässigt sie daher. Wer sich solchen Täuschungen überläßt, gerät auf gefährliche Wege. Denn nichts ist gering im Lichte der Liebe. Jeder Akt, der dem Wachstum der Liebe dient, ist von göttlichem Adel. 

Wir vergessen zu oft, daß der Sohn Gottes und Seine Mutter den größten Teil Ihres Lebens in Verborgenheit zubrachten, Sich den gewöhnlichsten und niedrigsten Beschäftigungen widmeten, und daß Sie doch keinen Augenblick aufhörten, dem Vater die größte Ehre zu erweisen. Bevor Jesus uns Seine Lehre verkündete, hat Er uns Sein Beispiel gegeben:

„Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu“ (Lk 16, 10).

Wer die kleinsten Dinge verachtet, wird bald in schwerste Fehler fallen, wenn ihm nicht gar der Begriff „Sünde“ allmählich verlorengeht. Judas hätte sein Verbrechen nicht begangen, wäre die Mahnung des Herrn von allen Jüngern ernst genommen worden:

„Wer im Kleinsten untreu ist, der ist auch im Großen untreu“ (ebd.).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)



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