Freitag, 22. März 2013

Die Deutungen von Gregor von Nyssa und Evagrius Pontikus

Zur Beschreibung der tiefsten auf Erden möglichen Vereinigung mit Gott berufen sich Gregor und Evagrius auf verschiedene Stellen im Buch Exodus.

Gregor von Nyssa
stützt sich auf Exodus 20,21 und 24,18:
„Moses näherte sich der dunklen Wolke, in der Gott war . . . Moses ging mitten in das Wolkendunkel hinein“.

Evagrius Pontikus
beruft sich auf Ex 24,10:
„Sie sahen den Gott Israels. Die Fläche unter seinen Füßen war wie mit Saphir ausgelegt und glänzte hell wie der Himmel selbst.“

In der Ausdeutung dieser Texte kommen beide Mystiker scheinbar zu entgegengesetzten Einsichten, obwohl sie wahrscheinlich dasselbe unaussprechliche Mysterium in Worte fassen wollen.

Von der Wortbedeutung her will . . .
- ekstatisch besagen:  aus Liebe aus sich herausgehen;
- katastatisch, dass die Seele geistig in sich bleibt und bis zu einem Gipfelpunkt des Lichtes gelangt.

Darum bezeichnet man die katastatische Mystik auch als Lichtmystik.      

Bei dem mehr intellektualistisch eingestellten Evagrius Pontikus vermischt sich die Schau
Gottes mit der Schau des Ortes Gottes; und der Ort Gottes ist die eigene Beschaffenheit des Geistes.
„Die Beschaffenheit, der Zustand des Geistes, ist der intellektuelle Gipfel, auf dem zur Zeit des Gebetes das Licht der allerheiligsten Dreifaltigkeit erstrahlt“.

(vgl. G. Posada, Der heilige Bruno)




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