Montag, 25. März 2013

Karwoche und Ölberg - Der heilige Wille Gottes, 1/6

„Vater... nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen" (Lk 22,42).
Das Wort Jesu, das du dir von den Ereignissen im Garten Gethsemani bewahren sollst, ist das, welches er während er seiner Todesangst dreimal wiederholt hat: „Mein Vater... nicht wie ich will, sondern wie du willst" (Mt 26,39).

Dieses Ja seines menschlichen Willens zum Willen Gottes kostete ihn Schweiß aus Blut (vgl. Lk 22,44). Während seines ganzen Lebens hatte er sich dem Vater mit Freude und bedingungslos unterworfen; er schien gerade daraus tiefes Glück zu schöpfen. Ja, ich komme . . . um deinen Willen, Gott, zu tun" (Hebr 10,7). - „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen" (Joh 4,34). -
„Es geht mir nicht um meinen Willen, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh 5,30). - „Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh 6,38).

In dieser bedeutungsvollen Stunde nimmt Jesus dies nicht zurück, aber in der Erwartung der Forderungen eines Willens, an dessen Heiligkeit und Weisheit er nicht im geringsten zweifelt, zittert sein ganzes menschliches Sein in berechtigter Todesangst.

Der Eremit muss sich häufig nach Gethsemani begeben, nicht so sehr, um Jesus zu trösten, der es unserem Mitleid vielleicht nicht gestattet, ihm seine Leiden irgendwie zu erleichtern, sondern um das Geheimnis des völligen Gehorsams Gott gegenüber zu lernen. Im klösterlichen Leben ist nicht alles Entzücken. Die Herzen und Füße der Apostel waren schwer, als sie den Abhang des Ölbergs hinaufstiegen, auch wenn Jesus bei ihnen war. Du kommst in die Einsiedelei, um den Willen Gottes über dich zu erkennen und zu erfüllen. Bitte ihn wie Mose, dich seine Wege zu lehren, die so anders sind als unsere: „Wenn ich aber wirklich deine Gnade gefunden habe, so lass mich doch deinen Weg wissen! Dann werde ich dich erkennen, und es wird sich bestätigen, dass ich deine Gnade gefunden habe" (Ex 33,13). Ein einfaches Gebet, aber furchterregend: Wenn Gott es erhört, wirst du die königliche Straße der Leiden betreten. Wenn du den Berg hinaufsteigst, hast du keine Zukunft, keine Pläne. Gott sagt dir: „Komm herauf zu mir auf den Berg, und bleib hier! Ich will dir die Steintafeln übergeben,... die ich aufgeschrieben habe, (um dich) darin zu unterweisen" (Ex 24,12).

Mose kannte deren Inhalt noch nicht, ebensowenig wie du.

(Ausschnitte aus: Ein Einsiedlermönch, Wo die Wüste erblüht, Verl. Neue Stadt 1984)





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