Samstag, 30. März 2013

Karwoche und Ölberg - Der heilige Wille Gottes, 6/6

Wir bedürfen nicht mehr der Blitze vom Sinai, um Gott unsere Freiheit zu schenken. Du kommst in die Einsiedelei aus Liebe, und um zu lieben. Ein Wort Jesu müsste dir genügen: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht" (Mt 11,29-30).

Jedoch wird dein Gehorsam auch unter dem Zeichen von Gethsemani stehen. Es ist unwahrscheinlich, dass er dir immer leichtfallen und dich nie Tränen kosten wird. Sage dein Ja ohne schroffe Ablehnung oder Steifheit „Ja, Vater…“ ( Mt 11,26). Das ist die Zustimmung des Sohnes, die einzige, die sich Gott gegenüber geziemt Der Gehorsam ist mehr ein liebevolles Angebot als das Begleichen einer Schuld, auch wenn das mit beinhaltet ist Bete! Die Erfahrung von Jahrhunderten hat dich nicht weiser gemacht. Auch die Unterwerfung unter Gottes Willen entspricht nicht deiner Natur.

Der Getaufte hat einen Drang zur Eigenständigkeit wie alle anderen, und manche echte Berufung in die Einsamkeit scheiterte an diesem Sich-Schenken, das unvermeidlich ist. […]

Bist du „aufrichtig"? Bist du „wahrhaftig"?
Die Wüste wird es dir ebenso offenbaren, […]. Wenn du dorthin gehst, weil du der Gebundenheit entfliehen und ohne Kontrolle zu Gott gelangen willst, was du selbst gewählt hast, wirst du nicht lange ausharren; nicht so sehr, weil man dich in eine Gruppe einzugliedern versucht, sondern durch das Verlöschen des wahren Lichtes.

Vom Eremiten sagt man wie von Saulus: „Dir wird gesagt werden, was du hm sollst" (Apg 9,6). Charles de Foucauld gehorchte mitten in der Sahara bis in die kleinsten Dinge dem Abbe Huvelin und dem Apostolischen Präfekten, obwohl er keinem Orden angehörte. –
In diesem Sinn musst du wieder zum Kind werden.
Dann wird Gott für dich eine Mutter sein. Wie ein Säugling, trotz der schweren Stunden, „wird man (dich) auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln" (Jes 66,12).

(Ausschnitte aus: Ein Einsiedlermönch, Wo die Wüste erblüht, Verl. Neue Stadt 1984)





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