Montag, 11. März 2013

Ein Kartäuser als Papst?


Es war die Zeit, als die Päpste die Kirche von Avignon aus leiteten. - Nachdem Papst Clemens VI. verstorben war, dauerte die Sedisvakanz des Jahres 1352 vom 6. bis zum 18. Dezember. Aus jenem Konklave ging Kardinal Etienne Aubert als Papst Innozenz VI. hervor.

Interessant ist jedoch folgende Begebenheit:

Das Konklave bestellte zunächst einstimmig Dom Jean Birel, den Generalprior der Kartäuser, zum neuen Papst. Der Kartäusermönch war kein Kardinal und kein Konklave-Teilnehmer, ihm gingen aber ein hoher moralischer Ruf und große Heiligkeit voraus.

Jean Birel wurde in Frankreich geboren und trat 1338 in ein Kartäuserkloster ein. Im Jahre 1344 kam er in eine andere Kartause; dort wählten ihn die Mönche zum Prior. Bald danach wurde er Prior der Grande Chartreuse und Generalminister des Ordens. Aufgrund seiner großen Weisheit und Frömmigkeit war er Berater von Papst Benedikt XI. Wie so manche Ordensobere jener Zeit war auch er ein potentieller Kandidat für so manchen Bischofssitz oder höheres Kirchenamt. Man beachte etwa Papst Eugen III., der ein Schüler des heiligen Bernhard von Clairvaux gewesen ist, dem Reformator des Zisterzienserordens.



Dom Jean Birel; Photo by cartusialover

Dom Jean Birel, der Kartäuser, nahm seine Wahl zum Papst natürlich nicht an. Erst durch diesen Verzicht konnte Kardinal Aubert Papst Innozenz VI. werden. Am 6. Januar 1360 ist Dom Jean Birel in seinem Kartäuserkloster gestorben.


 



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