Donnerstag, 2. August 2012

Goldener Brief 172


172. Man soll ihn auch die Taten oder Leiden der Heiligen lesen lassen. Er soll sich aber dabei nicht zu viel Mühe auf der geschichtlichen Ebene geben. Immer soll ihm etwas begegnen, was den Geist eines Anfängers zur Liebe Gottes und zur Verachtung seiner selbst anregt. Andere Geschichten unterhalten zwar den Leser, aber erbauen ihn nicht. Sie vergiften vielmehr den Geist und bewirken, dass zur Zeit des Gebetes oder der geistlichen Meditation alle möglichen unnützen oder schädlichen Gedanken aus dem Gedächtnis hervorsprudeln. Denn gewöhnlich folgt der Art der Lesung eine ähnliche Meditation. Auch ermüdet die Lesung schwieriger Schriften, sie erquickt nicht einen schwächeren Geist, sie stört die Aufmerksamkeit und macht das Gefühl oder den Geist stumpf.

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