Montag, 27. August 2012

Goldener Brief 197


197. Wie also im Fortschritt des religiösen Lebens – wir haben oben schon davon gesprochen - der sinnenverhaftete Mensch über seinen Körper wacht, um das äußere Leben zu ordnen und für die Übung der Tugend zu bereiten, so muss der verstandesmäßige Mensch sich um den Geist kümmern, ihn hervorbringen, wenn er noch fehlt, ihn ausbilden und ordnen, wenn er schon vorhanden ist. Vor allem muss man überlegen, wer oder was der Geist selbst ist, den die Vernunft zu einem vernünftigen macht; dann, was die Vernunft selbst ist, die ein sterbliches Lebewesen, dadurch dass sie es vernünftig macht, zu einem Menschen macht. Aber zuerst müssen wir von der Seele sprechen.

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