Freitag, 24. August 2012

Goldener Brief 194


194. Ich aber, wie der Prophet sagt, ein Mann, der seine Armut sieht (Klgl 3,1), erröte und seufze bei mir selbst, wenn  ich die Schätze der anderen zusammenzähle. Denn ich wollte lieber an mir erfahren, was ich für andere darstelle. Denn von zwei Übeln ist es das erträglichere, nicht zu sehen, was man liebt, als es zu sehen und nicht zu haben. Dennoch ist es nicht so bei den Gütern des Herrn. Denn die Güter des Herrn sehen, heißt sie lieben, sie lieben aber heißt sie besitzen. Darum wollen wir uns bemühen, soweit wir können, sie zu sehen. Durch das Sehen wollen wir sie verstehen, durch das Verstehen lieben, damit wir sie durch das Lieben besitzen. Herr, danach ist vor dir all meine Sehnsucht, und mein Seufzen ist vor dir nicht verborgen (Ps 37,10).

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